human being
Mein Lieblingssatz vom Wochenende paßt vielleicht auch ein bißchen auf ein Weblog, wenn es kein geistloses Weblog ist:
Im Gegensatz zu materiellen Reichtümern nimmt der geistige Reichtum zu, wenn man ihn teilt.
Im Gegensatz zu materiellen Reichtümern nimmt der geistige Reichtum zu, wenn man ihn teilt.
dominicw - am Montag, 26. April 2004, 11:59 - Rubrik: human being
Auf dem Marktplatz habe ich wieder den Münsteraner gesehen, der grundsätzlich nur safrangelbe Klamotten trägt. Kennt ihr den? Weil es gerade ja endlich etwas wärmer ist, trägt er einen Sommerlook, natürlich auch in safrangelb, eine gelbe kurze Hose, gelbe Sandalen, ein gelbes ärmelloses Shirt, sogar Haar und Bart wirken etwas gelblich eingefärbt. Am liebsten hätte ich mich mal mit ihm unterhalten, aber mir fehlte der Mut.
dominicw - am Montag, 26. April 2004, 11:56 - Rubrik: human being
An der Grevener Straße liegt eine Bushaltestelle direkt vor einer Gaststätte mit Bundeskegelbahn, Schweinebraten mit Knödeln als Sonderangebot (fünf Euro) und Zigarettenautomat. Ein alter Mann, man sieht an seinem Gesicht, er hat in seinem Leben schon ziemlich viel getrunken, wankt an der Gaststätte vorbei und wird von dem Besitzer angesprochen (Turnschuhe, Schnurrbart, etwas zu lange Haare, Zigarette in der Hand).
Du, komm mal eben, ich muß mal mit dir reden.
Ach was ist denn, sagt der alte Mann, ihm scheint es nicht gut zu gehen, er wankt und hält sich an einem Fenstersims fest.
Du kennst dich doch mit Blumen aus, oder? Muß für unsere Nachbarn den Garten machen, und ich hab überhaupt keine Ahnung. Könntest du dich ein bißchen darum kümmern, du warst doch hier Hausmeister? Kriegst natürlich auch was dafür.
Ach was, von Blumen hab ich keine Ahnung, weiß ich nichts von, sagt der alte Mann und will weitergehen.
Willste nich ein Schlückchen trinken, ich lad dich auf ein Gläschen ein.
Ne, ne, kein Alkohol mehr.
Warte mal eben, sagt der Typ von der Gaststätte. Warte mal. Er verschwindet in seinem Lokal und kommt nach ein paar Minuten wieder.
Hier, nimm das mal mit, und er steckt dem alten Mann eine Zigarettenpackung in die Manteltasche. Nimm mal mit.
Ach danke, sagt der alte Mann, guckt etwas verschämt auf den Boden und geht dann langsam weiter.
Du, komm mal eben, ich muß mal mit dir reden.
Ach was ist denn, sagt der alte Mann, ihm scheint es nicht gut zu gehen, er wankt und hält sich an einem Fenstersims fest.
Du kennst dich doch mit Blumen aus, oder? Muß für unsere Nachbarn den Garten machen, und ich hab überhaupt keine Ahnung. Könntest du dich ein bißchen darum kümmern, du warst doch hier Hausmeister? Kriegst natürlich auch was dafür.
Ach was, von Blumen hab ich keine Ahnung, weiß ich nichts von, sagt der alte Mann und will weitergehen.
Willste nich ein Schlückchen trinken, ich lad dich auf ein Gläschen ein.
Ne, ne, kein Alkohol mehr.
Warte mal eben, sagt der Typ von der Gaststätte. Warte mal. Er verschwindet in seinem Lokal und kommt nach ein paar Minuten wieder.
Hier, nimm das mal mit, und er steckt dem alten Mann eine Zigarettenpackung in die Manteltasche. Nimm mal mit.
Ach danke, sagt der alte Mann, guckt etwas verschämt auf den Boden und geht dann langsam weiter.
dominicw - am Mittwoch, 21. April 2004, 11:09 - Rubrik: human being
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ok, jetzt bleibt mir natürlich nichts anderes übrig als über den ersten Ikea-Besuch meines Lebens zu schreiben. Also los:
Welche Musik lief da?
Leider keine zum Selbzusammelnbasteln, sondern gepflegte, etwas langweilige Kaffeehausmusik, Norah Jones etc.
Was hat mir gefallen?
Der Hotdog-stand ganz zum Schluß, an dem man sein Brötchen selbst belegen kann, mit soviel Röstzwiebeln und Schlabbergurken wie man will. Neben uns stand ein Ehepaar und hat laut darüber nachgedacht, wie Dortmund am Wochenende gegen die Bayern spielen wird.
Was fande ich lustig?
Alle Leute sind mit diesen Planzetteln, Bleistiften und Maßbändern rumgelaufen, die man an jeder Ecke umsonst mitnehmen kann. Eine Zeitlang hatte ich auch ein paar Bleistifte dabei, aber irgendwie haben sie sich nach einer Weile genervt, und ich hab sie ausversehen auf einem Regal liegen gelassen.
Was fand ich doof?
denken die von Ikea eigentlich wirklich, die könnten uns einreden, dass wäre eine soziale Einrichtung?
Welche Musik lief da?
Leider keine zum Selbzusammelnbasteln, sondern gepflegte, etwas langweilige Kaffeehausmusik, Norah Jones etc.
Was hat mir gefallen?
Der Hotdog-stand ganz zum Schluß, an dem man sein Brötchen selbst belegen kann, mit soviel Röstzwiebeln und Schlabbergurken wie man will. Neben uns stand ein Ehepaar und hat laut darüber nachgedacht, wie Dortmund am Wochenende gegen die Bayern spielen wird.
Was fande ich lustig?
Alle Leute sind mit diesen Planzetteln, Bleistiften und Maßbändern rumgelaufen, die man an jeder Ecke umsonst mitnehmen kann. Eine Zeitlang hatte ich auch ein paar Bleistifte dabei, aber irgendwie haben sie sich nach einer Weile genervt, und ich hab sie ausversehen auf einem Regal liegen gelassen.
Was fand ich doof?
denken die von Ikea eigentlich wirklich, die könnten uns einreden, dass wäre eine soziale Einrichtung?
dominicw - am Freitag, 16. April 2004, 10:30 - Rubrik: human being
Am Ostermontag wollte ich am Bankautomaten Geld abheben, und als ich in den menschenleeren Raum mit den Geldautomaten und Kundenserviceselbstbedienungsterminals komme, wäre ich fast über einen gelbmarkierten, auf den Boden geklebten Schriftzug gestolpert:
Bitte Abstand halten!
Einen KLITZEKLEINEN Moment habe ich wirklich gedacht: komisch, wie soll ich denn mit so einem Abstand meine Geheimnummer eingeben??
Bitte Abstand halten!
Einen KLITZEKLEINEN Moment habe ich wirklich gedacht: komisch, wie soll ich denn mit so einem Abstand meine Geheimnummer eingeben??
dominicw - am Mittwoch, 14. April 2004, 21:38 - Rubrik: human being
manchmal höre ich ja auch Radio, und jetzt über die Feiertage war auf einsLive eine interessante Diskussion, hab ich zufällig gehört:
es ging um den Karfreitag, der ist nämlich gesetzlich mehr als ein normaler Feiertag: ein stiller Feiertag, und das bedeutet: Öffentliche Parties sind für 24 Stunden verboten. Das muß bei der einsLive-Hörerschaft einen Schock ausgelöst haben, und selbst die Moderatoren konnten ihr Erstaunen nicht verhehlen: wenn man am nächsten Tag frei hat, und ausschlafen kann, und abends auf keine Party gehen darf - WAS MACHT MAN DENN DANN MIT SEINER GANZEN FREIZEIT??
Als ich gestern in tausend Möbelgeschäften war, weil ich wieder Bücherregale brauchte, ist mir noch was übers Radio aufgefallen: für jede Sorte Möbelgeschäft gibt es auch einen eigenen Sender. In dem Möberdiscounter mit den schweren häßlichen Eichenmöbeln (und der Bratwurstarena vor dem Eingang) zum Beispiel liefen deutsche SyntheziserSchlager von WDR 4, nebenan in dem etwas teureren Yuppie-laden mit dem Küchenstudio, dem Selbstbedienungsrestaurant und den durchgestylten, aber etwas langweiligen couchgarnituren lief gefällige langweilige Achtzigerjahre-musik von WDR 2, und bei Yellow, und wo es sonst noch hippige Möbel gibt, da läuft natürlich einsLive,
was läuft eigentlich bei Ikea?
es ging um den Karfreitag, der ist nämlich gesetzlich mehr als ein normaler Feiertag: ein stiller Feiertag, und das bedeutet: Öffentliche Parties sind für 24 Stunden verboten. Das muß bei der einsLive-Hörerschaft einen Schock ausgelöst haben, und selbst die Moderatoren konnten ihr Erstaunen nicht verhehlen: wenn man am nächsten Tag frei hat, und ausschlafen kann, und abends auf keine Party gehen darf - WAS MACHT MAN DENN DANN MIT SEINER GANZEN FREIZEIT??
Als ich gestern in tausend Möbelgeschäften war, weil ich wieder Bücherregale brauchte, ist mir noch was übers Radio aufgefallen: für jede Sorte Möbelgeschäft gibt es auch einen eigenen Sender. In dem Möberdiscounter mit den schweren häßlichen Eichenmöbeln (und der Bratwurstarena vor dem Eingang) zum Beispiel liefen deutsche SyntheziserSchlager von WDR 4, nebenan in dem etwas teureren Yuppie-laden mit dem Küchenstudio, dem Selbstbedienungsrestaurant und den durchgestylten, aber etwas langweiligen couchgarnituren lief gefällige langweilige Achtzigerjahre-musik von WDR 2, und bei Yellow, und wo es sonst noch hippige Möbel gibt, da läuft natürlich einsLive,
was läuft eigentlich bei Ikea?
dominicw - am Sonntag, 11. April 2004, 14:50 - Rubrik: human being
Dies ist eine Warnung davor, sein Geld zu sehr zu lieben.
Weil die Geschichte mancher Leute sehr erschüttert.
Manche lieben ihr Geld so sehr, dass sie jahrzehntelang Tag und Nacht arbeiten, ohne jemals ihre Kinder anders als schlafend zu sehen, nur um ein riesiges Haus zu finanzieren, das leer bleibt oder verkauft werden muss, weil die Kinder längst zu alt sind, noch bei ihren Eltern zu wohnen. Und wenn sie alt geworden sind, sitzen sie verbittert und alleine in einer Wohnung, die ihnen viel zu klein vorkommt und nur alle paar Wochen kommt ein Enkelkind vorbei, und meistens werden solche Menschen zwar lethargisch und ihre Augen stumpf, aber wenn sie beginnen vom Geld zu erzählen, und was sie sich wann für wiewenig Geld gekauft haben, dann beginnen ihre Augen plötzlich fast gefährlich zu glitzern.
Eine andere Person liebte ihr Geld so sehr, und hatte auch eine beträchtliche Menge davon geerbt, dass sie auf keinen Fall Interesse daran hatte, von dem vielen Geld einen Vermögensberater zu bezahlen und deswegen auf die Idee kam, einen staatlichem Betreuer seines Geldes zu beantragen. Die Person brauchte nur ein ärztliches Gutachten über seine psychische Unzulänglichkeit, ein Arzt stellte ein solches Gutachten aus und der Betreuer wurde ihm zugeteilt. Er kostete wesentlich weniger als ein Vermögensberater, war aber ein staatlicher Betreuer, der es gerade wegen der psychischen Unzulänglichkeit (und wegen möglicher Gefährdung der Person oder ihres Vermögens) als notwendig ansah, bei einem Vormundschaftsgericht einen Antrag zu stellen, das Vermögen der Person auch zu verwalten. Und jetzt kommt nächste Woche ein Gutachter vom Gericht, um die Wohnverhältnisse der Person zu beurteilen, und nun hängt es von dem Urteil einer einzigen Person ab, ob das viele Geld, das gespart werden sollte, überhaupt weiter in den Händen der Person bleiben darf. Sie hat sich aus Geiz abhängig gemacht von einem Vormundschaftsgericht.
"Die Geldliebe ist eine Wurzel von schädlichen Dingen aller Arten, und indem einige dieser Liebe nachstrebten haben sie sich selbst mit Schmerzen überall durchbohrt"
Weil die Geschichte mancher Leute sehr erschüttert.
Manche lieben ihr Geld so sehr, dass sie jahrzehntelang Tag und Nacht arbeiten, ohne jemals ihre Kinder anders als schlafend zu sehen, nur um ein riesiges Haus zu finanzieren, das leer bleibt oder verkauft werden muss, weil die Kinder längst zu alt sind, noch bei ihren Eltern zu wohnen. Und wenn sie alt geworden sind, sitzen sie verbittert und alleine in einer Wohnung, die ihnen viel zu klein vorkommt und nur alle paar Wochen kommt ein Enkelkind vorbei, und meistens werden solche Menschen zwar lethargisch und ihre Augen stumpf, aber wenn sie beginnen vom Geld zu erzählen, und was sie sich wann für wiewenig Geld gekauft haben, dann beginnen ihre Augen plötzlich fast gefährlich zu glitzern.
Eine andere Person liebte ihr Geld so sehr, und hatte auch eine beträchtliche Menge davon geerbt, dass sie auf keinen Fall Interesse daran hatte, von dem vielen Geld einen Vermögensberater zu bezahlen und deswegen auf die Idee kam, einen staatlichem Betreuer seines Geldes zu beantragen. Die Person brauchte nur ein ärztliches Gutachten über seine psychische Unzulänglichkeit, ein Arzt stellte ein solches Gutachten aus und der Betreuer wurde ihm zugeteilt. Er kostete wesentlich weniger als ein Vermögensberater, war aber ein staatlicher Betreuer, der es gerade wegen der psychischen Unzulänglichkeit (und wegen möglicher Gefährdung der Person oder ihres Vermögens) als notwendig ansah, bei einem Vormundschaftsgericht einen Antrag zu stellen, das Vermögen der Person auch zu verwalten. Und jetzt kommt nächste Woche ein Gutachter vom Gericht, um die Wohnverhältnisse der Person zu beurteilen, und nun hängt es von dem Urteil einer einzigen Person ab, ob das viele Geld, das gespart werden sollte, überhaupt weiter in den Händen der Person bleiben darf. Sie hat sich aus Geiz abhängig gemacht von einem Vormundschaftsgericht.
"Die Geldliebe ist eine Wurzel von schädlichen Dingen aller Arten, und indem einige dieser Liebe nachstrebten haben sie sich selbst mit Schmerzen überall durchbohrt"
dominicw - am Donnerstag, 8. April 2004, 16:15 - Rubrik: human being
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An der Uni treffe ich manchmal einen angeblichen Professor (er meint: Ich bin petit professeur aus Fribourg, in der Schweiz), der so oft das Büro der Aufsicht im Historischen Seminar gestürmt hat, dass jetzt ein Schild an die Glastür geheftet wurde: NUR FÜR PERSONAL. Als ich mal Aufsicht hatte, erzählte er mir, er würde an einem so geheimen Projekt arbeiten, und so viele würden brennend wissend wollen, woran er schreibt, dass er mir auf keinen Fall erzählen dürfe, worum es geht. Ein anderes Mal hat er stundenlang das Diensttelefon benutzt, weil er von seinem eigenen Telefon nicht anrufen wollte, das wird nämlich von der CIA abgehört. In der Uni-Bibliothek habe ich ihn einmal gesehen, als er von der Polizei weggeführt wurde, aber ein paar Tage später habe ich ihn mit einem anderen Polizisten gesehen, mit dem er sich über das Bildungssystem in Nordrhein-Westfalen unterhalten hat. Gestern habe ich ihn aus dem Bus gesehen, er lief vom Fürstenberghaus die Aegidiistraße runter, und weil der Bus so langsam war und ständig halten musste, lief er immer wieder an mir vorbei, und plötzlich war mir klar, wohin er so zielstrebig unterwegs war: zu der gelben Telefonzelle am Ende der Aegidiistraße, der vielleicht letzten gelben Telefonzelle in der Innenstadt, und tatsächlich, während der Bus schon fast um die Ecke gefahren war, sah ich noch, wie er in die Telefonzelle trat, um ein sicher abhörsicheres Gespräch zu führen.
dominicw - am Samstag, 3. April 2004, 15:53 - Rubrik: human being
Ich gestehe: heute habe ich zum ersten Mal seit ungefähr meiner Zivi-Zeit wieder bei MacDonalds gefrühstückt. Ich hatte Hunger, bin an einem vorbeigelaufen, hatte gerade genug Kleingeld und so ist es passiert. Ich habe es natürlich sofort wieder bereut. Nicht mal wegen dem Essen, und der Kaffee war sogar gut, eher wegen der Horden von Schulkindern, die vormittags bei MacDonalds abhängen. Man hofft, das sie gerade einen Schulausflug machen, und Rumlungern in Fast-Food-Ketten ist nunmal wesentlicher Bestandteil eines Wandertages, aber man fürchtet, die meisten haben sich einfach Schulfrei genommen. Was man sich noch fragt: Woher nehmen sich Schüler das ganze Geld? Bis auffällt: nur die wenigsten bestellen was, die meisten sitzen nur rum und dürfen mal an der Cola nippen.
Jetzt kann ich nur hoffen, das ein einziges Mal der Versuchung nachgeben nicht schon abhängig macht.
Jetzt kann ich nur hoffen, das ein einziges Mal der Versuchung nachgeben nicht schon abhängig macht.
dominicw - am Mittwoch, 31. März 2004, 11:08 - Rubrik: human being
gestern im fernsehen: ein report über eine riesige modelleisenbahnanlage in Hamburg, und vor allem über die typen, die hingebungsvoll tagelang Miniatursonnenblumen auf eine Holzfläche stecken oder blinkende Feuerwehrwagen zusammenbasteln, mit leuchtenden Augen, einer blinzelt in die Kamera und sagt fast ein bißchen verschwörerisch (er bepflanzt gerade einen Berg): Ist fast wie Gott sein.
Hatte auch mal ne Modelleisenbahn, als ich zwölf war. Und war völlig begeistert, bin sogar manchmal zum Bahnhof gefahren, um LOKOMOTIVEN zu FOTOGRAFIEREN (also nicht vergessen: das ist schon sehr lange her). Einmal war ich mit meinem Opa auf einem Modelleisenbahnertreff in einem Stellwerk in SEELZE. Die meisten Besucher hatten leuchtende Augen und haben viel Geld für ihre Eisenbahnen ausgegeben Aber ihre Familien standen dabei, mußten Interesse heucheln, die Kinder hatten Ringe unter den Augen und sahen nach ungesunder Ernährung aus, ihre Klamotten völlig verwaschen, die Männer hatten gelbe Fingernägel vom Kettenrauchen. Ich weiß ja: es gibt auch nette, ausgeglichene Modelleisenbahner, aber irgendwie hab ich damals die Lust daran verloren. Meine Anlage haben wir später für einen Spottpreis an jemanden verkauft, der jetzt auch nichts mehr damit anfangen kann.
Hatte auch mal ne Modelleisenbahn, als ich zwölf war. Und war völlig begeistert, bin sogar manchmal zum Bahnhof gefahren, um LOKOMOTIVEN zu FOTOGRAFIEREN (also nicht vergessen: das ist schon sehr lange her). Einmal war ich mit meinem Opa auf einem Modelleisenbahnertreff in einem Stellwerk in SEELZE. Die meisten Besucher hatten leuchtende Augen und haben viel Geld für ihre Eisenbahnen ausgegeben Aber ihre Familien standen dabei, mußten Interesse heucheln, die Kinder hatten Ringe unter den Augen und sahen nach ungesunder Ernährung aus, ihre Klamotten völlig verwaschen, die Männer hatten gelbe Fingernägel vom Kettenrauchen. Ich weiß ja: es gibt auch nette, ausgeglichene Modelleisenbahner, aber irgendwie hab ich damals die Lust daran verloren. Meine Anlage haben wir später für einen Spottpreis an jemanden verkauft, der jetzt auch nichts mehr damit anfangen kann.
dominicw - am Freitag, 26. März 2004, 10:51 - Rubrik: human being
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