Hoffnung!
In der ZEIT stand, warum die Zeit schneller vergeht, je älter man wird: das soll in erster Linie gar nicht daran liegen, daß die relative Länge einer Zeitspanne im Vergleich zur Gesamtlänge des bisherigen Lebens geringer wird (also ein Jahr für einen Dreijährigen ein Drittel seines Lebens ausmacht, für einen Dreißigjährigen nur noch ein Dreißigstel etc.), sondern: je monoter das Leben wird, um so weniger Zeitverlauf verbucht das Gehirn, 365 gleiche Tage werden nur wie ein Tag gespeichert, und dann vergeht die ZEIT natürlich schneller.
Also: mehr Abwechslung ins Leben bringen, öfter mal neue Herausforderungen, und das Leben wirkt viel länger. Und man hat mehr, worüber man im Weblog schreiben kann.
Und noch was macht Hoffnung: im Alter nimmt die Leistungsfähigkeit des Gehirn gar nicht ab, das soll nur eine selffullfillment prophecy sein: weil man davon ausgeht, im Alter nicht mehr soviel lernen zu können, wagt man sich an weniger Herausforderungen und wenn, dann häufig weniger optimistisch und motiviert. Und dann lernt man natürlich weniger effektiv, obwohl die Fähigkeit, zum Beispiel Sprachen oder Instrumente zu erlernen, immer noch vorhanden ist.
In der ZEIT stand, warum die Zeit schneller vergeht, je älter man wird: das soll in erster Linie gar nicht daran liegen, daß die relative Länge einer Zeitspanne im Vergleich zur Gesamtlänge des bisherigen Lebens geringer wird (also ein Jahr für einen Dreijährigen ein Drittel seines Lebens ausmacht, für einen Dreißigjährigen nur noch ein Dreißigstel etc.), sondern: je monoter das Leben wird, um so weniger Zeitverlauf verbucht das Gehirn, 365 gleiche Tage werden nur wie ein Tag gespeichert, und dann vergeht die ZEIT natürlich schneller.
Also: mehr Abwechslung ins Leben bringen, öfter mal neue Herausforderungen, und das Leben wirkt viel länger. Und man hat mehr, worüber man im Weblog schreiben kann.
Und noch was macht Hoffnung: im Alter nimmt die Leistungsfähigkeit des Gehirn gar nicht ab, das soll nur eine selffullfillment prophecy sein: weil man davon ausgeht, im Alter nicht mehr soviel lernen zu können, wagt man sich an weniger Herausforderungen und wenn, dann häufig weniger optimistisch und motiviert. Und dann lernt man natürlich weniger effektiv, obwohl die Fähigkeit, zum Beispiel Sprachen oder Instrumente zu erlernen, immer noch vorhanden ist.
dominicw - am Sonntag, 11. Juli 2004, 14:21 - Rubrik: human being
albannikolaiherbst meinte am 12. Jul, 12:33:
Zum zweiten Teil Ihrer beiden Bemerkungen:
Es wird nicht grundlos bei Künstlern vom "Alterswerk" gesprochen, das sich nicht etwa nur durch völliges Beherrschen der Mittel kennzeichnet, sondern dieses "völlige Beherrschen" setzt eine Gestaltungskraft voraus, die der Jüngere kaum haben kann: Sämtliche Formalien der eigenen Arbeit jederzeit gegenwärtig zu haben und damit disponieren zu können. Aber auch inhaltlich ist Faust II sicher nicht weniger lebendig als der erste Teil des Dramas. Nicht unähnlich Arno Schmidt. Zu den ungeheuren, ständig präsenten Entwürfen der späten Arbeiten wäre ein jüngerer kaum fähig gewesen. Oder vergleichen Sie den Reichtum des späten Verdis mit den doch eher banalen, im Sentimentalen schwelgenden frühen Opern. Anstrengung trainiert; davon weiß jeder Arzt, der keine Rente bezieht, ein heftiges Liedchen zu singen. Man vergreist in dem Moment, in dem man beschließt, sich zur Ruhe zu setzen. Insofern ist die Rente einer Erfindung der Unmenschlichkeit.