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    <title>Dominics Weblog (Rubrik:orte)</title>
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    <title>Dominics Weblog</title>
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    <title>orte</title> 
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    <description>das us-konsulat in d&amp;uuml;sseldorf, eigentlich nicht mehr als ein b&amp;uuml;ro, befindet sich im zehnten stockwerk eines der postmodernen hochh&amp;auml;user hinter dem hauptbahnhof, erreichbar &amp;uuml;ber einen extraaufzug, vor dessen benutzung man gefilzt wird, mitnehmen darf man nur die papiere, die man ben&amp;ouml;tigt, im zehnten stockwerk gibt es noch einmal eine sicherheitskontrolle und begleitpersonen amerikanischer staatspersonen wird empfohlen, wieder nach unten zu fahren und irgendwo einen kaffee zu trinken, man habe es nicht so gerne, wenn leute auf den drei plastiksitzschalen vor der sichheitskontrolle warten, es scheint &amp;uuml;berhaupt keinen raum mit fenstern oder aussicht zu geben, daf&amp;uuml;r hat man eine wirklich gute aussicht vom rheinturm, man lehnt sich an die glasscheibe und sieht unter sich das parlament und die stadt d&amp;uuml;sseldorf, die sich in der milchigen br&amp;uuml;he des novembernebels verliert, irgendwie britisch das wetter, vielleicht mit absicht, schlie&amp;szlig;lich kommt heute die queen nach d&amp;uuml;sseldorf, deswegen wird der platz vor dem landtag auch gerade abgesperrt und ein roter teppich erst ausgerollt, dann eine halbe stunde zurechtzupft und gesaugt, und deswegen weigert die belegschaft des fernsehturms sich zu arbeiten, und klebt lieber an den fensterscheiben, trinkt seelenruhig einen kaffee nach dem anderen und fachsimpelt &amp;uuml;ber das k&amp;ouml;nigshaus, schlie&amp;szlig;lich: det liesken k&amp;uuml;tt, und das passiert nicht alle tage, und tats&amp;auml;chlich: et k&amp;uuml;tt, ein hubschrauber brummt auf augenh&amp;ouml;he an uns vorbei und dann tauchen an der rheinpromenade die lichtsignale des motorradkonvois auf und schieben sich langsam richtung landtag, die menschen vor dem parlament schwenken ihre britischen flaggen, eine kapelle im kilt spielt marschmusik, der bordeauxrote bentley h&amp;auml;lt am roten teppich und ein winzigkleines braunes k&amp;ouml;stum, flankiert von ein paar schwarzen anz&amp;uuml;gen verschwindet &amp;uuml;ber den teppich in den landtag, schon ist sie weg, bevor man richtig realisert hat: det war dat liesken.</description>
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    <title>orte</title> 
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    <description>der ort ork existiert: er liegt zwischen g&amp;ouml;tterswickersham und spellum hinter den rheindeichen bei voerde, zwischen einem dorf mit restaurant internationaler k&amp;uuml;che und bosnischen besitzern, die zwischen &amp;ouml;lgem&amp;auml;lden jugoslawischer k&amp;uuml;stenst&amp;auml;dte noch die flaggen hundertj&amp;auml;hriger sch&amp;uuml;tzenvereine und s&amp;auml;ngerb&amp;uuml;nde namens &quot;germania&quot; h&amp;auml;ngen lie&amp;szlig;en, und einer dorfkirmes mit einem autoscooter, der gerade so auf die dorfstra&amp;szlig;e pa&amp;szlig;t, und einem stand zum entenangeln und einem simulator, in dem kinder verschwinden und beim hin- und herschaukeln schreien und kreischen, nach einbruch der dunkelheit kann kann man &amp;uuml;ber die rheindeiche steigen und zum ufer laufen, wo kleine neonblaue k&amp;ouml;der leuchten und manchmal die zigarette eines anglers, langsam ziehen die gro&amp;szlig;en kohlenlastschiffe vorbei, die signallichter am heck leuchten und am horizont blinken in jeder richtung die roten und grellen lichter der kraftwerke und ab und zu l&amp;auml;&amp;szlig;t ein hochofen den himmel orange leuchten, zur&amp;uuml;ck hinterm deich l&amp;auml;uft man an ein paar bauernh&amp;auml;usern und ruhenden k&amp;uuml;hen vorbei und man f&amp;uuml;hlt sich, und dabei leuchten die st&amp;auml;dte des ruhrgebietes &amp;uuml;berall am horizont,  am ende der welt.</description>
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    <description>das kleine st&amp;auml;dtchen werder liegt direkt vor potsdam und nahe an berlin zwischen einer reihe kleiner idylllischen seen, und wo sich diese seen an einer besonders idyllischen stelle treffen hatte ein investor eine besonders idyllische idee: man baue um ein klobiges fontane-denkmal herum eine reihe wei&amp;szlig;gestrichener, holzbekleideter doppelhaush&amp;auml;lften mit s&amp;uuml;dstaatenveranden und blaugedeckten d&amp;auml;chern, der eingang zu diesem wohnpark flankiert von zwei kreisrunden gelbverklinkerten wehrt&amp;uuml;rmen, ein schlo&amp;szlig; im cinderella-stil als kr&amp;ouml;nung, und direkt am seeufer ein fischrestaurant, benannt nach ernest hemingway und dekoriert mit postkarten seines hauses und seiner bar auf key west sowie alten postkarten aus florida, im sommer k&amp;ouml;nnen g&amp;auml;ste auf der veranda direkt am see sitzen, im oktober verringern sich die sitzm&amp;ouml;glichkeiten daher um die h&amp;auml;lfte, und wir zum beispiel finden keinen platz, aber so richtig h&amp;auml;tten wir in das versnobte west-berliner sonntags-ausflug-publikum auch nicht gepasst, und wir verschwinden aus dem wohnpark, der bewacht wird von einem uniformierten informationsm&amp;auml;nnchen in einer kleinen holzh&amp;uuml;tte, der immobilienprospekte verteilt, und essen etwas wesentlich g&amp;uuml;nstigeres in dem italienischen restaurant an der ecke, in welches schon alt gewordene s&amp;ouml;hne ihre m&amp;uuml;tter ausf&amp;uuml;hren, die ihrerseits so alt sind, dass sie sich noch nicht richtig an die italienische k&amp;uuml;che gew&amp;ouml;hnt haben und sich weigern pizza zu essen.</description>
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    <description>der wei&amp;szlig;e riese in berg fidel ist sicherlich das gr&amp;ouml;&amp;szlig;te hochhaus m&amp;uuml;nsters, aber ich bin mir gerade nicht ganz sicher, wieviele stockwerke es hat, f&amp;uuml;nfzehn, sechzehn vielleicht, fr&amp;uuml;her waren die wohnungen dort ziemlich teuer, obwohl man selbst von ganz oben aus nur &amp;uuml;ber andere hochh&amp;auml;user sehen kann, &amp;uuml;ber das marode preu&amp;szlig;enstadion und das gewerbegebiet an der siemensstra&amp;szlig;e, aber inzwischen wohnen immer mehr aussiedler im wei&amp;szlig;en riesen, viele perser und tamilen zum beispiel, und vor kurzem hatten die bewohner wochenlang ein problem: der fahrstuhl war kaputt und funktionierte nicht, wochenlang nicht, m&amp;uuml;tter mu&amp;szlig;ten ihren kinderwagen untenstehen lassen und alle kinder und eink&amp;auml;ufe bis nach oben tragen und viele alte leute, die nur einmal am tag in der lage waren, den langen auf- bezwiehungsweise abstieg zu bew&amp;auml;ltigen, mu&amp;szlig;ten ihren tag jeden morgen perfekt planen, nichts durfte oben liegen gelassen werden, an alles mu&amp;szlig;te gedacht sein, wollte man nicht noch einmal den langen weg nach oben machen, und bevor man zur&amp;uuml;ck nach hause kommen durfte, mu&amp;szlig;te alles erledigt gewesen sein, alle eink&amp;auml;ufe get&amp;auml;tigt, alle rezepte abgeholt und alle arztbesuche &amp;uuml;berstanden sein, war man sich auch wirklich sicher, dann konnte man die treppen in den sechzehnten stockwerk mit der wunderbaren aussicht wieder in angriff nehmen.</description>
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    <dc:date>2004-10-09T09:23:59Z</dc:date>
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    <description>den park vom haus sentmaring konnte ich meine ganze kindheit &amp;uuml;ber nur von au&amp;szlig;en sehen: von der hauptverkehrsstra&amp;szlig;e aus (mein schulweg) sah man in einen park mit teich und riesigen uralten b&amp;auml;umen, einem schmiedeeisernen ungenutzen eingangstor und einer versteckten bunkert&amp;uuml;r, damals lebten jesuiten in dem architektonisch wenig interessanten backsteingeb&amp;auml;ude, irgendwann war dort einmal der &amp;auml;lteste jesuit der welt im alter von 108 jahren verstorben (das wurde sogar in er faz erw&amp;auml;hnt), irgendwann waren die jesuiten wohl ausgestorben dort und irgendwann wurde das alte geb&amp;auml;ude einfach abgerissen, inzwischen werden am eingang des parks neubauten mit appartmentwohnungen gebaut, und hinter einem kleinen fu&amp;szlig;ballplatz mit torwand f&amp;uuml;hrt jetzt ein kleiner fu&amp;szlig;pfad in den park, auch das gro&amp;szlig;e schwere tor an der weseler stra&amp;szlig;e ist jetzt (weitgehend unbemerkt) unverschlossen und leicht zu &amp;ouml;ffnen, und ein paar leute f&amp;uuml;hren ihre hunde in dem park aus, der teich ist ganz vertrocknet (als ob es nicht genug geregnet h&amp;auml;tte dieses jahr) und an einem kleinem steg zeugt nur noch eine schlammige pf&amp;uuml;tze und viele schilfpflanzen von dem gew&amp;auml;sser, immer noch ein wenig gepflegt wird aber ein kleiner friedhof f&amp;uuml;r die br&amp;uuml;der und pater, dort stehen immer noch ein paar frische blumen auf den gr&amp;auml;bern und ich w&amp;uuml;rde gerne wissen, wer f&amp;uuml;r die gr&amp;auml;ber da noch ab und zu vorbeikommt.</description>
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    <dc:date>2004-09-26T14:26:28Z</dc:date>
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    <description>die fu&amp;szlig;g&amp;auml;ngerunterf&amp;uuml;hrung am hindenburgplatz ist st&amp;auml;dtebaulich so mi&amp;szlig;lungen und wurde schon vor drei&amp;szlig;ig jahren so wenig genutzt, dass joseph beuys einen gipsabdruck eines besonders h&amp;auml;&amp;szlig;lich ungenutzten winkels unter treppenstufen machte und ihn im landesmuseum w&amp;auml;hrend der ersten skulpturausstellung aufstellte, die passage ist nie sch&amp;ouml;ner geworden, abgesehen vom letzten wochenende, als sie f&amp;uuml;r einen schauraum genutzt wurde, und eine rockgruppe in dem tunnel spielte, an den w&amp;auml;nden entlang konnte man sich auf sitzb&amp;auml;nken ausruhen, die w&amp;auml;nde selbst waren geschm&amp;uuml;ckt mit gro&amp;szlig;formatigen russischen landschafts- und st&amp;auml;dtebildern, die akkustik war gut und die gruppe von freitagabend spielte ein spannendes crossover-programm (f&amp;uuml;r dieses wort danke ich michi), es gab bunt eingef&amp;auml;rbte brezel, in gr&amp;uuml;n, blau und rot, und an einer bar g&amp;uuml;nstiges bier, und in einem nebenraum, keine ahnung welche funktion er in seiner existenz als unterf&amp;uuml;hrungs-nebenraum ausf&amp;uuml;llt, wurden am wochenende ein paar bilder ausgestellt.</description>
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    <dc:date>2004-09-20T04:22:32Z</dc:date>
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    <description>&lt;i&gt;auf dem miami international airport w&amp;auml;re ich heute beinahe zum vierten mal gewesen, beim erstenmal bin ich nachts gelandet und das flugzeug flug eine gro&amp;szlig;e kurve &amp;uuml;ber die stadt, ihr im planquadrat angelegtes lichtermeer tauchte pl&amp;ouml;tzlich wie eine vision aus der stundenlangen dunkelheit des atlantiks auf, w&amp;auml;hrend das flugzeug zum landegang ansetzte begannen sich langsam die lichtreklamen der fast-food-ketten, der swimmingpool-laternen in den motelhinterh&amp;ouml;fen und die palmwipfel abzuzeichnen, ich mu&amp;szlig;te in miami nur umsteigen, der wartesaal der fluglinie, die nach nicaragua weiterflog, war schlecht gel&amp;uuml;ftet und die luft stickig, ein unfreundlicher beamter sa&amp;szlig; hinter einem holztisch und kontrollierte die p&amp;auml;sse, ein bi&amp;szlig;chen war man schon in lateinamerika, beim zweitenmal bin ich tags&amp;uuml;ber gelandet und ein &amp;auml;lteres franz&amp;ouml;sisches ehepaar versuchte mir hinter den str&amp;auml;nden und hochhausketten, die diesmal am horizont erschienen, den ort zu zeigen, an dem sie die wintermonate verbrachten, diesmal wurde ich von einem freundlichen beamten kontrolliert, der meinen Pass la&amp;szlig; und meinte:You are from M&amp;Uuml;NSTER, isn?t that the city with the churchtower and the cages for the anabaptist kings?, am flughafen hat mich mich jocelyn mit ihrer schwester abgeholt, und ich wei&amp;szlig; noch wie ich dachte, so nett hatte ich sie gar nicht in erinnerung, das dritte mal bin ich aus miami weggeflogen, zwei wochen sp&amp;auml;ter, pl&amp;ouml;tzlich fuhr das auto mit jocelyn und ihrer mutter schon weg, und irgendwie hatte ich gehofft, sie wenigsten noch kurz mal alleine zu sprechen, heute h&amp;auml;tte es fast ein viertes mal gegeben, jetzt werde ich erstmal weiter warten m&amp;uuml;ssen.&lt;/i&gt;</description>
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    <dc:rights>Copyright &#169; 2004 dominicw</dc:rights>
    <dc:date>2004-09-12T11:27:38Z</dc:date>
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    <title>orte</title> 
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    <description>wo die promenade die kanalstra&amp;szlig;e kreuzt steht auf einer wiese ein &amp;uuml;berlebensgro&amp;szlig;es fotoportr&amp;auml;t des oberb&amp;uuml;rgermeisters mit dem wahlspruch &quot;wir in m&amp;uuml;nster&quot;, vor zwei tagen stand an derselben stelle noch eine kleine b&amp;uuml;hne des studentenradio, auf der daniel den marathon moderieren und den manager von preussen m&amp;uuml;nster oder irgendeinen olympiateilnehmer interviewen mu&amp;szlig;te, ziemlich viele leute waren da, auch wenn sie sich insgesamt mehr f&amp;uuml;r den marathon interessiert haben, der an den kilometerpunkten drei und acht an der b&amp;uuml;hne vorbeif&amp;uuml;hrte, beim kilometerpunkt acht gab es au&amp;szlig;erdem eine getr&amp;auml;nkeausgabe, dutzende junge menschen hielten den l&amp;auml;ufern becher hin und riefen ununterbrochen WASSER WASSER, ein bi&amp;szlig;chen klang das so, als w&amp;uuml;rden sie darum betteln, oder das wasser zumindest verkaufen wollen, nachdem viertausend l&amp;auml;ufer, auch der allerletzte, von einem polizeiwagen eskortierte, die wasserstelle passiert hatten, fand mit dem verbleibenden kostbaren gut eine wasserschlacht statt, am ende, es war schon gegen mittag, spiegelte sich der blendende sonnenschein in den pf&amp;uuml;tzen auf dem asphalt und die stra&amp;szlig;e war &amp;uuml;bers&amp;auml;at mit roten colabechern wie ein indischer prozessionsweg mit bl&amp;uuml;ten, als w&amp;auml;re ein g&amp;ouml;tterbild vorbeigetragen worden.</description>
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    <dc:rights>Copyright &#169; 2004 dominicw</dc:rights>
    <dc:date>2004-09-07T12:12:33Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://drobert.twoday.net/stories/319924/">
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    <description>am institut f&amp;uuml;r &amp;auml;gyptologie hat sich jetzt schon zum zweiten mal jemand aus meinem freundeskreis zum studium zwar offiziel angemeldet, aber eigentlich mehr angst um das kindergeld gehabt, schade, denn in diesem institut h&amp;auml;ngt an einer glast&amp;uuml;r ein plakat mit der maske des tutanchamun, die mit dem spruch tut-es-rein-tun f&amp;uuml;rs recyclen wirbt, in der bibliothek haben die wenigen ernsthaft lernenden und lehrenden alle ihre eigenen arbeitspl&amp;auml;tze, auf denen sich mit sicht auf die baustelle des priesterseminars an der &amp;uuml;berwasserkirche b&amp;uuml;cher stapeln, quelleneditionen von papyri-texten, teebeutel, ungesp&amp;uuml;lte tassen, wenn man ein buch sucht, findet man es garantiert zuf&amp;auml;llig auf einem der professoren-stapel und dort bleibt es damit auf ewig der allgemeinheit verschlossen, auch der kopierer funktioniert nicht immer, aber wenn man sich an ihm erfolglos versucht, ert&amp;ouml;nt pl&amp;ouml;tzlich vom anderen stimme des flures eine stimme: machta wieda probleme? und aus dem institutschatten sch&amp;auml;lt sich eine h&amp;ouml;chstens eins-f&amp;uuml;nfzig gro&amp;szlig;e, &amp;auml;ltere frau mit kurzhaarschnitt und einem buckel, die schlie&amp;szlig;lich am kopierer ankommt und alles wieder richtig einstellt.</description>
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    <dc:date>2004-09-02T14:38:32Z</dc:date>
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    <title>orte</title> 
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    <description>die jugendherberge in konstanz ist erst vor kurzem neu er&amp;ouml;ffnet worden, vielleicht deswegen &amp;uuml;bertrieben teuer und das personal trotzdem unfreundlich, abgesehen von den zivis, die beim einarbeiten unter ihren vorgesetzten leiden, zur herberge geh&amp;ouml;rt auch ein ehemaliger wasserturm, von dem aus man &amp;uuml;ber den ganzen bodensee und auf die schweizer alpen sehen kann, in unserem sechsbettzimmer treffen wir einen studenten, der eine wohnung in der gegend sucht, einen &amp;auml;lteren s&amp;uuml;dafrikaner und zwei sehr ungleiche radfahrer, die sich ganz krank genervt haben, einer lag v&amp;ouml;llig fertig auf seinem bett, der andere hat ununterbrochen geredet und  - ja, ja, schon richtig - gesagt, oder angefangen, aus einem prospekt zitate ber&amp;uuml;hmter schriftsteller &amp;uuml;ber konstanz vorzulesen (kannste das nich nachher machen, meinte der andere, ich hab kohldampf), oder zu fragen: was willst du dir denn noch ansehen (ne pommesbude, antwortet der andere) oder vorzuschlagen, fahrenheit 9/11 zu sehen: komm, heute siehst du deine erste doku im kino (wenn ich das wort doku schon h&amp;ouml;re, kommt als antwort), im foyer wartet eine frau mit dicken brillengl&amp;auml;sern und schwarzw&amp;auml;ldertrachtenrock auf ihren mann, sein brillengestell ist sogar noch gr&amp;ouml;&amp;szlig;er, ab und zu kontrolliert der herbergsvater, er wirkt ein wenig angetrunken, ob die zivis richtig arbeiten, aber es gibt zum gl&amp;uuml;ck auch ein tischfu&amp;szlig;ballspiel, ich verliere zweimal vier zu sechs gegen meinen kleinen bruder.</description>
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    <dc:rights>Copyright &#169; 2004 dominicw</dc:rights>
    <dc:date>2004-08-26T10:37:25Z</dc:date>
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    <description>in dem kleinen dorf haldern am niederrhein hat sonntag morgens nur der friedhof ge&amp;ouml;ffnet und die alten leute, die mit ihren fahrr&amp;auml;dern auf den wenigen stra&amp;szlig;en unterwegs sind, gr&amp;uuml;&amp;szlig;en jeden, auch unbekannte, selbst die festivalbesucher, die einmal im jahr f&amp;uuml;r ein wochenende in das dorf einfallen und auf einem acker in sichtweite der kirchturmspitze campieren, es ist so hei&amp;szlig;, das die luft &amp;uuml;ber den dixieklos zu vibrieren scheint, die &amp;uuml;berall neben den zelten aufgestellten flaggen h&amp;auml;ngen schlaff und matt herunter, alles flimmert und man verliert das gef&amp;uuml;hl f&amp;uuml;r entfernungen, das festivalgel&amp;auml;nde erscheint unheimlich weit weg, manche haben sofagarnituren um ihre zelte aufgestellt, drum herum ihre bierk&amp;auml;sten, aus den autoboxen spielt sich divine comedy schon mal ein f&amp;uuml;r den auftritt am abend mit dem sinfonieorchester, ein junger mann fragt in jedes zelt hinein: bist du mein bruder, ich hab mein zelt verloren, jemand versucht ihn zu tr&amp;ouml;sten und fragt: du hast also ain paar nette m&amp;auml;dchen getroffen und jetzt findest du dein zelt nicht mehr? nein, weint der junge mann, eigentlich fand ich vor allem eine richtig nett, aber jetzt wei&amp;szlig; ich nicht mehr, wo mein bruder ist, na das wird schon, sagt der andere beruruhigend, komm erst mal mit, dann sehen wir weiter.</description>
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    <dc:rights>Copyright &#169; 2004 dominicw</dc:rights>
    <dc:date>2004-08-09T10:51:59Z</dc:date>
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    <title>noch mehr orte</title> 
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    <description>hat schon der Daniel in seinem weblog beschrieben&lt;br /&gt;
www.mywebwork.de/fiene.tv/&lt;br /&gt;
deswegen brauch ich &amp;uuml;ber das Deutsche Historische Museum an dieser Stelle nichts mehr schreiben, und auch eigentlich auch nichts &amp;uuml;ber die sch&amp;ouml;ne Ausstellung &quot;American Portraits&quot;. Nur eins noch: die sch&amp;ouml;nste Geschichte, die neben den Fotos erz&amp;auml;hlt wurde, war von einem P&amp;auml;archen, das vor den Pr&amp;auml;sidentenk&amp;ouml;pfen des Mount Rushmore fotografiert wurde. Ihr Gro&amp;szlig;vater (oder Urgro&amp;szlig;vater, wer auch immer) sah George Washington &amp;auml;hnlich und hat deswegen f&amp;uuml;r dessen Kopf Modell gestanden. Immer wen das P&amp;auml;archen jetzt die K&amp;ouml;pfe sehen, f&amp;auml;llt ihnen als erstes die Nase ihres Gro&amp;szlig;vaters auf.</description>
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    <dc:date>2004-08-03T15:52:57Z</dc:date>
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    <description>nach g&amp;ouml;ttin (betont auf der zweiten silbe und mit einem langen &quot;i&quot;) bei brandenburg fahren samstag nur wenige busse der linie d, vom bahnhof in brandenburg l&amp;auml;uft man zur bushaltestelle ungef&amp;auml;hr zwanzig minuten durch eine graue, leere stra&amp;szlig;e, nur wenige h&amp;auml;user sind neu gestrichen, meistens in mintgr&amp;uuml;n, rosa, zitronengelb, die wenigen l&amp;auml;den stehen &amp;uuml;berwiegend leer, man wartet auf einer br&amp;uuml;cke und blickt auf eine schleuse, vor der ein paar kleine motorboote im wasser schlange stehen, der bus f&amp;auml;hrt eine einspurige stra&amp;szlig;e bis zur endhaltestelle, vorbei an einst&amp;ouml;ckigen DDR-grauen wohnh&amp;auml;usern, die etwas verloren inmitten der gro&amp;szlig;en, mit gartenzwergen vollgestellten grundst&amp;uuml;cke stehen, als ich zur&amp;uuml;ck m&amp;ouml;chte, f&amp;auml;hrt nur noch um halb sechs ein sammeltaxi, mit mir warten ein paar alte gro&amp;szlig;m&amp;uuml;tter und ein unfreundlicher &amp;auml;lterer herr mit brauner b&amp;uuml;gelfaltenhose, aber die omas sind nett und fragen, wohin ich m&amp;ouml;chte und erz&amp;auml;hlen, wie man am schnellsten zum bahnhof kommt, und ob wir wohl alle in das sammeltaxi passen und sie noch den anschlu&amp;szlig;zugbus bekommen, schlie&amp;szlig;lich passen wir alle in das taxi, ein kleinbus, der fahrer kippt die r&amp;uuml;cksitze nach hinten, damit die j&amp;uuml;ngsten hinten sitzen, und das bin nat&amp;uuml;rlich mit abstand ich, mit den zwei riesigen, in zeitungspapier eingapackten fischen, die man mir geschenkt hat, und den anschlu&amp;szlig;bus bekommen die netten omas auch noch, der taxifahrer gibt extra etwas mehr gas, um den bus an der haltestelle noch zu &amp;uuml;berholen.</description>
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    <description>der coerdemarkt in m&amp;uuml;nster, sonst &amp;ouml;de, grau, gemieden, verwandelt sich bei gutem wetter in eine piazza mit mediterranem flair, die sitzb&amp;auml;nke in der kleinen fu&amp;szlig;g&amp;auml;ngerzone, umgeben von einst&amp;ouml;ckigen ladenzeilen, sind vollbesetzt mit russischen gro&amp;szlig;m&amp;uuml;ttern und t&amp;uuml;rkischen gro&amp;szlig;familien, alle frauen tragen kopft&amp;uuml;cher, dicke nackte kinder spielen in dem brunnen, der aus h&amp;auml;&amp;szlig;lichen schwarzen w&amp;uuml;rfeln zusammengesetzt ist, aus der neuer&amp;ouml;ffneten eisdiele pl&amp;auml;rrt italienischer popschmalz, mitten auf dem platz f&amp;uuml;hrt eine treppe zu dem einzigen zweiten stockwerk in sichtweite, dort hat ein wirtschaftspr&amp;uuml;fer sein b&amp;uuml;ro, pl&amp;ouml;tzlich &amp;ouml;ffnet sich die vergitterte t&amp;uuml;r und eine elegante frau stolziert langsam die treppenstufen hinunter, wahrscheinlich mu&amp;szlig; sie aufpassen, dass ihre pumps nicht in der gittertreppe steckenbleiben, ein paar jungs mit mountainbikes begaffen ihren auftritt, sie stolziert &amp;uuml;ber den platz und wird von einem &amp;auml;ltlichen glatzkopf im anzug in den arm genommen, die beiden verschwinden neben der vitrine, in der der ortsverein der cdu sich vorstellt, in richtung parkplatz, ein t&amp;uuml;rkischer junge schreit einem m&amp;auml;dchen hinterher, sie ignoriert ihn trotzdem, der M., der in einem hochhaus nebenan wohnt, rast mit seinem fahrrad &amp;uuml;ber den platz, mit wehenden haaren, zwei verk&amp;auml;uferinnen haben feierabend und setzen sich zu mir auf die bank, auf englisch schimpfen sie &amp;uuml;ber ihre m&amp;auml;nner, und eigentlich m&amp;uuml;&amp;szlig;te auch j&amp;ouml;rn hier irgendwo mit seinen kumpeln rumh&amp;auml;ngen, wenn er nicht spurlos verschwunden w&amp;auml;re.</description>
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    <description>die pollerwiesen in k&amp;ouml;ln sind das, was der gr&amp;uuml;nstreifen am dortmund-ems-kanal gern w&amp;auml;re: wiesen bis zum Horizont, ein richtiger, also tr&amp;auml;ge vor sich hin flie&amp;szlig;ender flu&amp;szlig;, ausflugsschiffe mit mindestens drei partystockwerken, und im hintergrund die scyline mit dem nachts wei&amp;szlig; schimmernden dom, den angestrahlten br&amp;uuml;ckenpylonen und ein paar angehenden wolkenkratzern, auf denen lichtspiele gezeigt werden, auf den weg zu den wiesen kommt man an einer kleinen drehbr&amp;uuml;cke mit schleusenw&amp;auml;rterh&amp;auml;uschen vorbei, direkt davor ankert ein als asylbewerberheim getarntes schiff, das ohne erlaubnis und wer wei&amp;szlig; was f&amp;uuml;r papiere zu betreten nicht erlaubt ist, am rheinufer werden bierflaschen im flu&amp;szlig;wasser gek&amp;uuml;hlt, ein paar meter weiter grillen ein paar leute paprika, es gibt lagerfeuer, und &amp;uuml;ber die severinbr&amp;uuml;cke f&amp;auml;hrt am horizont mit blaulichtern ein l&amp;ouml;schzug, der zur stadtbeleuchtung zu geh&amp;ouml;ren scheint, jetzt noch mal zur&amp;uuml;ck! bittet jemand, aber ein bi&amp;szlig;chen sp&amp;auml;ter wird sogar noch die dombeleuchtung abgestellt.</description>
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