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    <title>Dominics Weblog (Rubrik:das universum (eine bibliothek))</title>
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    <dc:publisher>dominicw</dc:publisher>
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    <title>Dominics Weblog</title>
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    <title>das universum (eine bibliothek)</title> 
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    <description>Noch mehr &amp;uuml;ber Wale: gerade malt mir Joshua (acht Jahre) jede Woche ein Walbild und fast habe ich &quot;&lt;i&gt;Moby Dick&lt;/i&gt;&quot; von &lt;i&gt;Hermann Melville &lt;/i&gt;durchgelesen, eins von diesen B&amp;uuml;chern, die zu lesen man immer wieder hinausschiebt: unendlich dick ist das Buch und eigentlich glaubt man zu wissen worum es geht, K&amp;auml;p&amp;acute;tn Ahab jagt den wei&amp;szlig;en Wal. Aber eigentlich geht es wie in jedem Buch um viel mehr, um alles. Zwar mu&amp;szlig; man sich immer wieder durch Kapitel lesen, in denen detailliert Walfangschiffe, Walfangtechniken, Waltauchtechniken und Walfanggechichte beschrieben wird, aber immer wieder l&amp;ouml;st sich die Geschichte von technischen Details und das Buch wird sehr nachdenklich, und wenn es um die Wale geht, sogar sehr z&amp;auml;rtlich, obwohl es aus der Perspektive des Walf&amp;auml;ngers Ismael geschrieben wurde. Zwei Beispiele (aber es gibt unendlich viele, und das Buch ist ja noch gar nicht zuende gelesen, und am Ende soll es noch richtig spannend werden): in einem Kapitel kreuzt die Pequod (so hei&amp;szlig;t Ahabs Schiff) &amp;uuml;ber einem riesigen Schwarm Wale (daher hei&amp;szlig;t das Kapitel: die Armada) und die Walf&amp;auml;nger beobachten in den Tiefen des klaren Wassers ger&amp;uuml;hrt s&amp;auml;ugende Mutterwale, deren Junge arglos die Schatten des Schiffes betrachten, welches unterwegs ist, die eigenen Artgenossen zu schlachten. In einem anderen, ber&amp;uuml;hmten Kapitel wird die Frage untersucht, warum die Farbe Wei&amp;szlig; einen besonderen Schrecken ausstrahlt (Moby Dick ist ja ein wei&amp;szlig;er Wal) und Ismael stellt am Ende fest, dass im Grunde die ganze Welt nur in ein wei&amp;szlig;es Leichentuch geh&amp;uuml;llt ist, schlie&amp;szlig;lich werden alle bunten Farben absorbiert, um von uns gesehen zu werden, zur&amp;uuml;ck k&amp;ouml;nne also nur das bleiche, fahle Wei&amp;szlig; bleiben.</description>
    <dc:creator>dominicw</dc:creator>
    <dc:subject>das universum (eine bibliothek)</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2004 dominicw</dc:rights>
    <dc:date>2004-11-05T10:20:52Z</dc:date>
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    <title>das universum (eine bibliothek)</title> 
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    <description>Eigentlich lie&amp;szlig;t man ja ungerne B&amp;uuml;cher, die Professoren empfehlen, aber in diesem Fall hat es sich gelohnt, und nicht nur weil das Buch zu meiner Magisterarbeit pa&amp;szlig;t:&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;Die Akte Romeo&lt;/i&gt;,  ein Erinnerungsbericht von &lt;i&gt;Timothy Garton Ash&lt;/i&gt;.&lt;br /&gt;
Wenige Historiker schreiben so geistreich und breitgef&amp;auml;chertem Interesse, und dieses Buch ist auch noch spannend, und es handelt von ihm selbst. Zwischen 1979 und 81 lebte Ash in Berlin, teilweise auch in Ostberlin, und war damals noch ein junger Mann (also auch heute immer noch keiner der Historiker der &amp;auml;lteren Generation). Was er damals noch nicht wu&amp;szlig;te, wenn auch ahnte: die Stasi lie&amp;szlig; ihn observieren und nannte seine Akte &quot;Romeo&quot;. Nach der Wende hat Ash sich in seiner Akte festgelesen, sie mit seinen eigenen Erinnerungen und Tagebucheintr&amp;auml;gen verglichen und seine damaligen Spitzel mit der Akte konfrontiert. Daraus ist ein spannendes und ehrliches Buch geworden, und eigentlich kann man sich kaum noch vorstellen, das diese Welt der Spitzel und des kalten Krieges noch gar nicht so lange zur&amp;uuml;ckliegen.</description>
    <dc:creator>dominicw</dc:creator>
    <dc:subject>das universum (eine bibliothek)</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2004 dominicw</dc:rights>
    <dc:date>2004-09-23T10:45:04Z</dc:date>
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    <title>das universum (eine bibliothek)</title> 
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    <description>&lt;i&gt;Ernest Hemingway hat auch in Florida eine Zeitlang gelebt, in einem schmucken Kolonialstil-Herrenhaus in Key West. Das Geb&amp;auml;ude ist heute eine Gedenkst&amp;auml;tte und im Garten (aber auch in dem Museum) lebt jetzt noch ein ganzer Haufen Katzen, der von Hemingways Katze abstammen soll. Besonders spektakul&amp;auml;r ist das Museum nicht, der Garten ist sehr sch&amp;ouml;n und &amp;uuml;ppig, an den W&amp;auml;nden h&amp;auml;ngen ziemlich geschmacklose Bilder und Postkarten von Wintersportorten im Montafon, und auf Hemingways Ehebett r&amp;auml;keln sich die besagten Katzen. Spektakul&amp;auml;r ist nur der Eintrittspreis, &quot;Are you kidding??&quot; fragt ein entvervter Tourist, als er die H&amp;ouml;he erf&amp;auml;hrt.&lt;br /&gt;
Ein Buch gibt es, welches auch auf den Keys spielt (der Name hat mit Schl&amp;uuml;sseln &amp;uuml;brigens nichts zu tun, sondern kommt von dem spanischen Wort f&amp;uuml;r kleine Inseln, cayos): Haben und Nichthaben, ein spannendes Buch &amp;uuml;ber Hemingways Alter Ego Harry, der entweder in der Hafenbar sitzt (die es heut noch gibt und von Touristen &amp;uuml;berlaufen ist) oder Waffen oder Menschen nach Kuba zu schmuggeln versucht, was nat&amp;uuml;rlich nur tragisch enden kann.&lt;/i&gt;</description>
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    <title>das universum (eine bibliothek)</title> 
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    <description>Wenn ich nicht zuf&amp;auml;llig etwas Gutes &amp;uuml;ber &lt;i&gt;Evelyn Waugh&lt;/i&gt; (den ich erst f&amp;uuml;r eine Frau hielt) geh&amp;ouml;rt h&amp;auml;tte, w&amp;auml;re ich wohl nie auf die Idee gekommen &lt;i&gt;Wiedersehen in Brideshead &lt;/i&gt;zu lesen. Der Titel klingt nach dem Buch zu einem englischen Kost&amp;uuml;mfilm, und au&amp;szlig;erdem stand das Buch in der Stadtbibliothek unter &quot;bew&amp;auml;hrter Unterhaltung&quot;, neben Simmel, Konsalik und Co. Und dann w&amp;auml;re mir dieses sch&amp;ouml;ne Buch entgangen, in dem es zum Gl&amp;uuml;ck nicht nur um den Niedergang einer adeligen, englischen Familie geht (wie der Klappentext und das Literaturlexicon behaupten), sondern zum Beispiel auch um einen versnobten Oxfordstudenten mit Teddyb&amp;auml;rkult, oder um den Katholizismus als Minderheitenreligion in England, um den niemand in der besagten Familie herum kommt, wie skeptisch er auch sonst sein mag, so sehr beherrschen Letzte &amp;Ouml;lung und Kommunion ihre Gedankenwelt, oder um eine Liebesgeschichte, die am Katholizismus scheitert. &lt;br /&gt;
Den Autor hinderte das nicht, trotzdem katholisch zu werden.</description>
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    <dc:date>2004-09-07T12:00:05Z</dc:date>
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    <title>das universum (eine bibliothek)</title> 
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    <description>Endlich hat mich Georgs Weblog mit seinem Kafka-Link auf die Idee gebracht, etwas &amp;uuml;ber Kafka zu schreiben.&lt;br /&gt;
Also: etwas f&amp;uuml;r alle, die sich &amp;uuml;berfordert f&amp;uuml;hlen, die das Gef&amp;uuml;hl haben, die ganze Welt nage an ihnen, die ein grunds&amp;auml;tzlich schlechtes Gewissen haben, die sich nie v&amp;ouml;llig sicher sind, ob ein Alptraum Wirklichkeit oder ihre Wirklichkeit ein Alpttraum ist, denen st&amp;auml;ndig etwas dummes passiert, und niemand als sie selbst ist Schuld daran:&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;Verwandlung&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
die Geschichte von Gregor Samsa, der eines Tages erwachte und sich in ein riesiges Ungeziefer verwandelt fand. Warum? M&amp;uuml;&amp;szlig;t ihr selber rausfinden. Oder habt ihr schon eine Theorie?</description>
    <dc:creator>dominicw</dc:creator>
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    <dc:rights>Copyright &#169; 2004 dominicw</dc:rights>
    <dc:date>2004-08-29T09:52:20Z</dc:date>
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    <title>todos contentos y yo tambien</title> 
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    <description>(alle zufrieden und ich auch)&lt;br /&gt;
So hei&amp;szlig;t eine Taverne in &lt;i&gt;Unter dem Vulkan&lt;/i&gt;, einem Buch von &lt;i&gt;Malcolm Lowry&lt;/i&gt;, k&amp;ouml;nnte es einen sch&amp;ouml;neren Namen f&amp;uuml;r eine Kneipe geben? Was ansonsten dort passiert, und in ein paar anderen Kneipen in einer kleinen Ortschaft in Mexico, am Fu&amp;szlig; der gro&amp;szlig;en Vulkane, die eigentlich schlafende aztekische Prinzen und Prinzessinen sind, ist aber weniger idyllisch als tragisch. Erz&amp;auml;hlt wird die Geschichte eines abgesetzten und geschiedenen britischen Konsuls, der trunks&amp;uuml;chtig ist und selbst von seiner ehemaligen Frau, die ihn immer noch liebt und deswegen nach Mexico zur&amp;uuml;ckkehrt, nicht gerettet werden kann. &lt;br /&gt;
Als ich das Buch im Zug auf der Fahrt nach Haldern lese, sitzt in dem Abteil gegen&amp;uuml;ber ein einsamer Biertrinker, pl&amp;ouml;tzlich schiebt er das Fenster nach unten und singt gegen den Fahrtwind: Ein einziges freundliches Wort / macht manchmal wieder alles gut.</description>
    <dc:creator>dominicw</dc:creator>
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    <dc:date>2004-08-10T10:15:37Z</dc:date>
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    <title>das universum (eine bibliothek)</title> 
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    <description>In &lt;i&gt;Michael Lermontows Ein Held unserer Zeit &lt;/i&gt;leidet ein junger, reicher, intelligenter Mann an &amp;Uuml;berdru&amp;szlig; und Langeweile und versucht sich abzulenken, indem er andere Menschen gegeneinander ausspielt. Gl&amp;uuml;cklicher wird er  dadurch nicht. &lt;br /&gt;
Das Buch wurde im Neunzehnten Jahrhundert geschrieben. Trotzdem hat man das Gef&amp;uuml;hl, eigentlich ginge es um einen Helden unserer Zeit. Aufgewachsen ohne Illusionen, steht er manchmal heroisch &amp;uuml;ber seinen Gef&amp;uuml;hlen und Mitmenschen, dann wieder versinkt er in Verzweiflung und sucht sich zu bet&amp;auml;uben, wie unsere Generation, schwankend zwischen Selbstverwirklichung auf Kosten anderer, den Versuchen, am Wochenende alles zu vergessen, und der Verzweiflung der Hoffnungslosen.&lt;br /&gt;
Noch eine andere traurige Person gibt es in dem Buch: einen Offizier, der sich mit der Hauptperson befreundet w&amp;auml;hnt und ihn nach langer Zeit wieder sieht. Seine Vorfreude auf das Treffen st&amp;ouml;&amp;szlig;t aber nur auf kaltes Desinteresse und er bleibt nach einem Drittel der Erz&amp;auml;hlung verbittert und freudlos zur&amp;uuml;ck.</description>
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    <title>das universum (eine bibliothek)</title> 
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    <description>Heute mal ein Sachbuch: &lt;i&gt;Die Eroberung des K&amp;ouml;rpers&lt;/i&gt; von &lt;i&gt;Paul VIrilio&lt;/i&gt;. Manches in dem Buch wirkt sehr phantastisch - man w&amp;uuml;nscht sich fast, man l&amp;auml;se eigentlich einen Roman (gru&amp;szlig; an jasper: im klappentext stand auch was vom zeitgen&amp;ouml;ssischen Jules Verne). Leider schreibt er aber &amp;uuml;ber die wirklich existierende, zunehmende Macht von Bio- und Informationstechniken. Er beschreibt das &amp;Uuml;berma&amp;szlig; an Informations- und Transportsoptionen, aber auch &amp;uuml;ber die immer gr&amp;ouml;&amp;szlig;eren M&amp;ouml;glichkeiten, K&amp;ouml;rperteile durch Prothesen und Implantationen zu ersetzen. Er bef&amp;uuml;rchtet dadurch ein Verschwinden von Raum und Zeit in unserer Wahrnehmung, letztendlich auch ein Verschwinden von biologischen K&amp;ouml;rperfunktionen. Der Mensch w&amp;uuml;rde immer weniger individuell, immer virtueller und immer manipulierbarer werden. Das Verschwinden von Zeit erzeugt nat&amp;uuml;rlich auch Lange-Weile (im eigentlichen Wortsinn), daher die immer neuen Versuche, die Lange-Weile mit Extremsportarten, Drogen oder manchen Formen elektronischer Musik abzut&amp;ouml;ten. Virilio beschreibt das nat&amp;uuml;rlich viel einleuchtender und fundierter, aber vielleicht haben wir ja trotzdem Gl&amp;uuml;ck und er irrt sich.</description>
    <dc:creator>dominicw</dc:creator>
    <dc:subject>das universum (eine bibliothek)</dc:subject>
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    <dc:date>2004-07-28T17:51:25Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://drobert.twoday.net/stories/266631/">
    <title>das universum (eine bibliothek)</title> 
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    <description>Manchmal, immer seltener, liest man ein derart gutes Buch, dass selbst der Schlaf, der sonst daf&amp;uuml;r sorgt, dass beim Lesen die Augen zufallen, schw&amp;auml;cher ist, und man das Gef&amp;uuml;hl hat, zuviel Kaffee getrunken zu haben. Vorgestern ist mir das mit einem Buch von &lt;i&gt;Philip Roth&lt;/i&gt; passiert: &lt;i&gt;Der menschliche Makel&lt;/i&gt;. Ein erfolgreicher Professor mu&amp;szlig; wegen eines angeblich rassistischen Kommentars von seinen &amp;Auml;mtern zur&amp;uuml;cktreten, aber im Laufe des Buches kommt heraus, dass dieser Professor selbst eigentlich ein Schwarzer ist, der w&amp;auml;hrend des Krieges behauptet hat, Wei&amp;szlig;er zu sein, ihm wurde das geglaubt, weil er sehr hellh&amp;auml;utig war, er hat den Kontakt zu seiner Familie abgebrochen und eine j&amp;uuml;dische Identit&amp;auml;t angenommen. Aber den menschlichen Makel, der nicht in irgendeiner Hautfarbe, sondern der menschlichen Unvollkommenhe&amp;iacute;t besteht (wie seine Schwester am Ende feststellt), konnte er nicht ablegen, der verfolgt jeden, in dem Buch auch noch ein paar andere Personen, die in die Geschichte &amp;eacute;ingebunden sind und ihr eigenes tragisches Leben zur Geschichte beitragen, zum Beispiel einen Vietnam-Veteran, der zum ersten Mal versucht, ein vietnamesisches Restaurant zu besuchen.</description>
    <dc:creator>dominicw</dc:creator>
    <dc:subject>das universum (eine bibliothek)</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2004 dominicw</dc:rights>
    <dc:date>2004-07-15T12:38:31Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://drobert.twoday.net/stories/263253/">
    <title>das universum (eine bibliothek)</title> 
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    <description>Letzte Woche habe ich von &lt;i&gt;Gustave Flaubert&lt;/i&gt; endlich die &lt;i&gt;Drei Erz&amp;auml;hlungen&lt;/i&gt; gelesen, eines von diesen B&amp;uuml;chern, die man eigentlich schon l&amp;auml;ngst gelesen haben wollte. Am beeindruckensten ist wohl die Geschichte der Dienstmagd Felicit&amp;eacute; (das hei&amp;szlig;t Gl&amp;uuml;ck), die Flaubert in &lt;i&gt;Ein schlichtes Herz &lt;/i&gt;erz&amp;auml;hlt. Sinnigerweise ist diese einfache und eigentlich ihr Leben lang einsame Frau tats&amp;auml;chlich auf eine traurige Weise gl&amp;uuml;cklich: weil sie sehr katholisch ist und alles glaubt, was man ihr &amp;uuml;ber Heiligenlegenden, die Mutter Gottes und das Mysterium der Kommunion erz&amp;auml;hlt. Das ihr Glaube nur eine traurige Illusion ist, zeigt Flaubert durch ein bedr&amp;uuml;ckendes Bild: ihr ganzes Leben lang liebt Felicit&amp;eacute; einen gr&amp;uuml;nen Papagei, erst als lebendiges Tier, sp&amp;auml;ter ausgestopft, und je &amp;auml;lter sie wird, um so mehr &amp;uuml;bertr&amp;auml;gt sie ihre Verehrung der Mutter Gottes auf den ausgestopften gr&amp;uuml;nen Vogel, und als sie am Ende stirbt, sieht sie einen riesigen gr&amp;uuml;ne Papagei mit ausgebreiteten Fl&amp;uuml;geln, der ihre Seele aufzunehmen scheint, und das tieftraurige daran ist, das diese Illusion sie tr&amp;ouml;stet.</description>
    <dc:creator>dominicw</dc:creator>
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    <dc:rights>Copyright &#169; 2004 dominicw</dc:rights>
    <dc:date>2004-07-12T10:24:23Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://drobert.twoday.net/stories/249341/">
    <title>das universum (eine bibliothek)</title> 
    <link>http://drobert.twoday.net/stories/249341/</link>
    <description>Weil es so viel ums Sterben ging diese Woche ein Buch &amp;uuml;ber den Tod:&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;Ein sanfter Tod&lt;/i&gt; von &lt;i&gt;Simone de Beauvoir&lt;/i&gt;,&lt;br /&gt;
ein schmales autobiographisches Buch, in dem Simone de Beauvoir den Tod ihrer Mutter protokolliert, die auch sehr alt geworden ist, und deren Tod ihrer Familie trotzdem nicht leicht gefallen ist. &quot;Ein sanfter Tod&quot; attestierten ihr die &amp;Auml;rzte, daher der Titel, aber es geht in dem Buch vor allem um all die Konflikte der Tochter, ihrer Mutter das Todesurteil der t&amp;ouml;dlichen Krankheit vorzuenthalten, ihre Schmerzen zu d&amp;auml;mpfen oder so lange wie m&amp;ouml;glich am Leben zu erhalten, und um die Hoffnungslosigkeit angesichts der Tatsache, dass f&amp;uuml;r Simone de Beauvoir mit dem Tod alles vorbei ist. Also ein trauriges und hartes Buch, aber auch sehr lehrreich, gerade wenn man selber einen Glauben hat, der Trost spendet.</description>
    <dc:creator>dominicw</dc:creator>
    <dc:subject>das universum (eine bibliothek)</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2004 dominicw</dc:rights>
    <dc:date>2004-06-24T13:22:48Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://drobert.twoday.net/stories/242927/">
    <title>Das Universum (eine Bibliothek)</title> 
    <link>http://drobert.twoday.net/stories/242927/</link>
    <description>Endlich wieder B&amp;uuml;cher gekauft! In letzter Zeit hatte ich irgendwie andere Sachen im Kopf. Ein Buch davon bzw.einen Autor stelle ich diese Woche vor, und das sch&amp;ouml;ne f&amp;uuml;r alle Nicht-Leser ist: es ist ein Bildband.&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;Verschlungene Pfade&lt;/i&gt; von &lt;i&gt;Bruce Chatwin&lt;/i&gt;.&lt;br /&gt;
Bruce Chatwin ist erst sehr sp&amp;auml;t in seinem Leben Schriftsteller geworden (und dann ist er auch noch kurz danach gestorben, an Aids, aber er hat versucht, den Leuten irgendwelche Geschichten aufzubinden, zum Beispiel von einer Fledermaus, die ihn in einer H&amp;ouml;hle in Indonesien gebissen und mit was Tropischem angesteckt habe), vorher und &amp;uuml;berhaupt ist er vor allem herumgereist, und dabei hat er nicht nur Notizen gemacht, sondern auch fotografiert. In dem Bildband werden die sch&amp;ouml;nsten Fotos (von Nomaden in Afrika, Moscheen im Iran, aber vor allem immer wieder W&amp;uuml;sten) durch kleine Texte aus seinen B&amp;uuml;chern erg&amp;auml;nzt. Ein anderes sch&amp;ouml;nes Buch von ihm, das ich aus diesem Anla&amp;szlig; bei mir wiedergefunden habe, hei&amp;szlig;t &quot;In Patagonien&quot;, und es ist bemerkenswert wie viele traurige Geschichten und Bilder Chatwin in einer so menschenleeren Landschaft finden kann.&lt;br /&gt;
(Gru&amp;szlig; an Jasper: in dem Buch stand auch, dass Bruce Chatwin Jules Verne nicht mochte. Er meinte, die Wirklichkeit ist spannend und bilderreich genug, warum soll man sich Sachen ausdenken?&lt;br /&gt;
Ich mochte Jules Verne fr&amp;uuml;her trotzdem, es ist nur schon so lange her, dass ich was von ihm gelesen habe, dass ich mich nur noch daran erinnern kann, dass in einem Buch Leute auf einem mechanischen Elefanten durch Indien reisen, das fand ich ziemlich cool.)</description>
    <dc:creator>dominicw</dc:creator>
    <dc:subject>das universum (eine bibliothek)</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2004 dominicw</dc:rights>
    <dc:date>2004-06-17T11:44:30Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://drobert.twoday.net/stories/237671/">
    <title>das universum (eine bibliothek)</title> 
    <link>http://drobert.twoday.net/stories/237671/</link>
    <description>Jasper schreibt in seinem Weblog was &amp;uuml;ber seine neuen B&amp;uuml;cher, und das erinnert mich daran, dass ich ja eigentlich eine eigene Rubrik habe, um B&amp;uuml;cher vorzustellen - die Gelegenheit, mal wieder damit anzufangen.&lt;br /&gt;
Heute:&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;Der Ohrenzeuge&lt;/i&gt; von &lt;i&gt;Elias Canetti&lt;/i&gt;,&lt;br /&gt;
einer der wenigen deutschsprachigen Schriftsteller, die den Nobelpreis bekommen haben, trotzdem eher einer der unbekannten Autoren. Vielleicht liegt das daran, dass er nie irgendwo richtig zuhause war, er wurde als Sohn spanischsprachiger Juden in Rustuk, in Bulgarien, geboren, wuchs aber in Manchester, Frankfurt, Z&amp;uuml;rich und Wien auf, wo er als junger Mann in die intellektuelle Szene der zwanziger Jahre integriert war, in den drei&amp;szlig;iger jahren emigierte er wieder nach England, gestorben ist er in der Schweiz.&lt;br /&gt;
Canetti ist ein ziemlich eitler Schriftsteller, das merkt man vor allem in seiner Autobiographie, deswegen stelle ich die hier auch nicht vor, obwohl die auch lesenswert ist. Er schrieb aber auch sehr scharfz&amp;uuml;ngig (vielleicht h&amp;auml;ngt das eine mit dem anderen zusammen), und das merkt man vor allem in dem schmalen Buch &quot;der Ohrenzeuge&quot;, in dem er in sehr kurzen Kapiteln Menschentypen beschreibt, die eigentlich ziemlich fantastisch klingen (was ist ein OHRENzeuge, zum Beispiel?, aber je mehr Typen man sich erliest, um so mehr hat man das Gef&amp;uuml;hl, von solchen Menschen selbst umgeben zu sein.</description>
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    <dc:subject>das universum (eine bibliothek)</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2004 dominicw</dc:rights>
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    <description>ein buchtipp f&amp;uuml;r alle die jetzt mit in paris waren, oder schon immer mal hin wollten, oder sich vor jahren da verlobt haben: &lt;br /&gt;
&lt;i&gt;&quot;der Bauch von paris&lt;/i&gt;&quot; von &lt;i&gt;Emile Zola &lt;/i&gt;,&lt;br /&gt;
ein buch  &amp;uuml;ber ein paris, das es nicht mehr gibt, &amp;uuml;ber die alten Markthallen in der N&amp;auml;he des heutigen Centre Pompidou.&lt;br /&gt;
Heute steht an deren Stelle ein modernes unbeliebtes Einkaufszentrum, Afrikaner sprechen Vorbeilaufende an und versuchen Drogen zu verkaufen, Obdachlose schlafen auf den Parkb&amp;auml;nken,&lt;br /&gt;
aber bis in die Sechziger Jahre (mein Opa kann sich noch daran erinnern) waren die markthallen das Herz der Stadt, ihr Bauch vielmehr, und das Buch von Zola hat vielmehr noch als die Menschen, die dort arbeiten, die Atmosph&amp;auml;re der riesigen Hallen zum thema, auf die Paris im neunzehnten Jahrhundert, als Zola den roman schrieb und die Hallen noch ganz neu waren, sehr stolz war und in denen vor der einf&amp;uuml;hrung der supermarktkultur die lebensmittel f&amp;uuml;r die ganze stadt umgeschlagen wurden.</description>
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    <description>Mittwoch nachmittags besuche ich meistens einen alten Herrn, der aus der Ukraine kommt. Unter anderem. Vor dem ERSTEN Weltkrieg was sein Vater kaiserlicher Kutscher in Odessa, damals eine reiche ber&amp;uuml;hmte Metropole am Schwarzen Meer, aufgewachsen ist er in Galizien, einer Gegend, die im letzten Jahrhundert st&amp;auml;ndig ihre Besitzer gewechselt hat, &amp;Ouml;sterreicher, Polen, Russen, Deutsche, die Rote Armee, Ukrainer.&lt;br /&gt;
Der alte Mann wurde 1920 geboren, im selben Jahr hat der Schriftsteller &lt;i&gt;Isaak Babel &lt;/i&gt;die Rote Armee auf einem Feldzug gegen Polen durch Galizien begleitet, dabei Tagebuch gef&amp;uuml;hrt, und sp&amp;auml;ter eine Geschichtensammlung daraus gemacht. Beides kann man heute nachlesen, das Kriegstagebuch und die Geschichten in &quot;&lt;i&gt;Die Reiterarmee&lt;/i&gt;&quot;, und dabei erleben, wie Babel zwar von dem Kommunismus &amp;uuml;berzeugt ist, aber trotzdem an der Gewalt und Ungerechtigkeit des Krieges verzweifelt. Ende der Drei&amp;szlig;iger Jahre ist er unter Stalin verschleppt und ermordet worden, seine Familie war ins Exil gegangen, aber er war in der Sowjetunion geblieben, weil er gehofft hatte, die russische Gesellschaft zu ver&amp;auml;ndern.</description>
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